meditation

Ich war in der Hölle und fand das Paradies in mir

Maksim Klasanovic schildert seine eindrucksvolle Transformation während einer über achtjährigen Haft in Thailands härtestem Gefängnis. Durch Meditation und Yoga gelingt es ihm, inneren Frieden zu finden und sich weiterzuentwickeln. Ich habe seine innere Reise mit Begeisterung gelesen.

"Wir waren abgehobene, überhebliche und arrogante Knochen. Wir hatten andere danach beurteilt, woher sie kamen oder wie viel Geld sie besaßen. Für mich hatte es bessere und schlechtere Menschen gegeben– ob Schwule oder Ausländer, Arme oder Reiche. Ich hatte zu allem und jedem eine Meinung gehabt– aber selten eine gute. Ich hatte über jeden hergezogen und mich für etwas Besseres gehalten. Erst als klar war, dass ich aus dem Knast so schnell nicht wieder rauskommen würde, fing ich an, meine Lebenshaltung zu hinterfragen…"

"Die meisten von ihnen litten eigentlich permanent unter etwas ganz anderem als das, worüber sie sprachen. Sie waren einsam. Andere erzählten ihre eigene Version ihrer Geschichte immer und immer wieder, damit sie sich selbst noch leiden konnten. Aber eigentlich fühlten sie sich zutiefst schuldig und schämten sich. Oder es war genau umgekehrt: Vorhandene Portionen Hoffnung und Zuversicht blieben unter einer dicken Schicht Selbstzweifeln und fehlendem Selbstbewusstsein begraben. All diese Dinge lagen in ihnen verborgen und manchmal wussten sie nicht einmal selbst etwas davon. Dann sagte ich ihnen extra das, was ich in ihnen spürte, damit sie es selbst auch spürten."

"Ich war jetzt Bibliothekar, Chef der Security, Leiter eines Fitness- Studios, Prediger, spiritueller Lehrer, trainierte eine Yoga- Klasse, war Übersetzer für eingehende Briefe an ausländische Gefangene und seit meinen Fernsehabenden mit den Kommandos auch so etwas wie der Anchorman der Daily Bombat News. Die Jobs wurden nicht weniger– dafür aber immerhin die Jahre, die ich noch abzusitzen hatte. "